Matthias von Hintzenstern arbeitet als Musiker und interdisziplinärer Künstler an der Schnittstelle von Klang, Raum, Bild und Bewegung. Sein künstlerisches Denken ist geprägt von Improvisation, Experimentierfreude und prozesshaften Arbeitsweisen, in denen das unmittelbare Reagieren auf Situationen und andere Ausdrucksformen im Zentrum steht.
Charakteristisch für seine künstlerische Handschrift ist der offene, experimentelle Umgang mit unterschiedlichen Materialien und Medien.
Als Mitbegründer des Ensembles für Intuitive Musik Weimar (EFIM) prägte er dessen offene, dialogische Ausrichtung maßgeblich.
Geboren 1953 in Eisenach, studierte Matthias von Hintzenstern Violoncello an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar. Seit 1976 war er als Orchestermusiker tätig, von 1980 bis 2018 im Philharmonischen Orchester des Theaters Altenburg-Gera. Mit dem Ensemble für Intuitive Musik Weimar führten ihn internationale Gastspiele in rund 30 Länder nach Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika. Seine künstlerische Praxis umfasst neben dem Violoncello auch Obertongesang, Bandoneon sowie Arbeiten im Theater- und Installationskontext. Weitere Informationen zum künstlerischen Arbeiten von Matthias von Hintzenstern finden sich auf der Website von Hans Tutschku ... I Bildunterschrift: M. v. Hintzenstern I Dezember 2025 I Foto: privat
Im Juni 2026 wurde auf besondere Weise sichtbar, wie gegenwärtig und lebendig die Arbeit des Ensembles für Intuitive Musik Weimar bis heute geblieben ist. Am 7. des Monats war das Ensemble gemeinsam mit Gabriele Stötzer beispielsweise auf der Museumsinsel Berlin zu erleben. Ausgangspunkt war die Erinnerung an jene Zeit, in der in der DDR Werke von Karlheinz Stockhausen nur im Verborgenen aufgeführt werden konnten. Aus Text, Klang und Erinnerung entstand dabei ein intensiver Resonanzraum zwischen Kunst, Freiheit und gelebter Zeitgeschichte.
Nur wenige Tage später, am 12. Juni 2026, folgte in der Sendehalle Weimar ein weiterer eindrucksvoller Abend. Unter dem Titel „Elektroakustische Musik erobert Weimar“ beschrieb die Thüringer Allgemeine nicht nur dieses Konzert als „Live-Erlebnis“ und als „Kino für die Ohren“. Die erstaunliche Offenheit, mit der das Publikum den ungewohnten Klangwelten begegnete, war auch im Gespräch mit Michael und Matthias von Hintzenstern spürbar, die sich über die aufmerksame und begeisterte Aufnahme dieser besonderen Musik sichtlich freuten.
Gerade das macht die aktuelle Bedeutung des Ensembles aus: Eine Musik, die sich nicht sofort erklären lässt, aber Räume öffnet – für Hören, Erinnerung, Imagination und innere Bilder. Sie verbindet experimentelle Klangkunst mit gelebter Erfahrung und zeigt, dass auch scheinbar „schwierige“ Musik Menschen erreichen kann, wenn Raum, Atmosphäre und Aufmerksamkeit zusammenkommen. Siehe auch ...
Im Folgenden wird mit der Raum-, Klang- und Lichtinstallation „Es ist fünf nach zwölf“ ein Beispiel von Matthias von Hintzensterns Arbeiten aus dem Jahr 2025 vorgestellt, für den er den Sonderpreis der 12. Höhlerbiennale 2025 erhalten hat.
Statement zur künstlerischen Arbeit Matthias von Hintzenstern zur 12. Höhler-Biennale 2025
Die Raum-, Klang- und Lichtinstallation zeigt eine „imaginäre Lady“, die ihr Handy hält und Aktuelles hört - Nachrichten von Naturkatastrophen, Überschwemmungen, Waldbränden, Kriegsberichten etc. Die Besucher:innen des Höhlers können mithören. Die "Lady" möchte es nicht mehr hören und gibt zynische Kommentare zu den einzelnen Nachrichten ab.
LeseTipp zu "Ensembles für Intuitive Musik Weimar": Klänge des Augenblicks: 44 experimentierfreudige Jahre eines besonderen Weimarer KlangensemblesAutor: Ralf Julke I 7. Mai 2026
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